Informationen rund um den Tee.
Informationen rund um den Tee.

Zum Gesamterlebnis "Grüner Tee" tragen Hunderte verschiedener Substanzen bei. Mit heißem Wasser werden sie zum Leben erweckt. Rund 150 Aromastoffen ist es zu verdanken, dass der Grüntee auch ein köstliches Vergnügen ist.

Neben Koffein, dessen Wirkung bekannt ist, finden sich im grünen Tee auch zahlreiche Polyphenole, die antiviral und antibakteriell wirkend, vor Herz- und Kreislauferkrankungen schützen und die als "Radikalekiller" Krebserkrankungen vorbeugen.

Von allen Polyphenolen haben die Epigallocatechingallate (EGCG), die verstärkt in Frühlingsblättern aus kühlerem Gebirgswachstum nachgewiesen werden, die höchste krebshemmende, antioxidative und gefäßpräventive Wirkung:

Die Zusammensetzung von Tee *

Frisches Blatt - Güner Tee - Schwarzer Tee

am Strauch
Koffein
Katechine
Theaflavine

Flavone

Flavonole

Flavonoide
Andere Polyphenole
Theanin/Aminosäuren
Peptide/Proteine
Zucker u. a. KH
Kalium

Mineralstoffe

________________________________________________________________

* Angaben in % Trockenmasse / 1 -1,5 g/100ml Wasser
nach Dr. U. Engelhardt, Inst. f. Lebensmittelkunde Univ. Braunschweig

Die Extraktionsmenge per Liter Tee beträgt in Lösung etwa 30 %. Für eine Tasse von 150 ml berechnete Engelhardt 500 mg Feststoffe, davon 150-200 mg Flavonoide. Natürlich besteht eine Abhängigkeit der Extraktionsmenge zur Blattgröße, Ziehzeit und Wassertemperatur.

Koffein:
Für Koffein gibt Engelhardt per 150 ml 50 mg Lösungsmenge an. (nähere Informationen: siehe Artikel "Coffein in Tee".

Polyphenole und Untergruppen:
Die Polyphenole werden unterteilt in

a) Hyroxybenzoesäuren, b) Hydroxyzimtsäuren, c) Flavonoide.

Die Flavonoide
unterteilen sich in

a) Flavanole/Katechine, b) Flavone, c) Flavonole, d) Anthocyane, e) Flavanone.

Flavanole/Katechine werden unterteilt in

a) Proanthocyanidine und b) Kondensationsprodukte wie Theaflavine und Thearubigine. Beide entstehen erst während der Fermentation.

Flavonglycoside:
Zur Gruppe der Flavonolglycoside zählt auch das Rutin.

Ein Liter Tee enthält 10-20 mg hiervon.

Gerbstoffe/Tannine:
Diese zählen zu den Polyphenolen. Sie gehen Wechselwirkung mit Eiweiß ein.

Wirkungen der Flavonoide:
Theaflavine - antikanzerogene, antioxidative, kardioprotektive Wirkungen.
Katechine (Flavanole) - antikanzerogene, antioxidative Wirkungen.
Flavanole - kardioprotective Wirkungen.
EGCG (eines der Catechine) - Antikarieswirkung.

Antioxidative Wirkungen:
S. Wisemann weist in seinen Untersuchungen darauf hin, daß Teegetränke in vitro hohe antioxidative Wirkungen zeigen. Und zwar deutlich höher als dies Antioxidantien aus Früchten und Gemüsen, die Vitamine C, E und Carotinoide zu leisten vermögen. So wird, vereinfacht ausgedrückt, die Karzinogenese (Krebsentstehung) durch Einfangen freier Radikale und reaktiver Sauerstoffspezies sowie durch Inaktivierung giftiger Metalle behindert.

Kreislaufschützende Wirkungen:
Die häufigsten Todesursachen stellen in der westlichen Welt Herz- und Kreislauferkrankungen dar. Antioxidantien in Grün- und Schwarztee bewahren vor Herzinfarkt und ähnlichen Erkrankungen indem die Tee-Flavonoide offenbar einen Oxidationsschutz für die LDL (low density Lipoprotein) aufbauen.

Karies:
Theaflavin und EGCG hemmen Karieserreger (Glycosyltransferase der Streptokokken). Die Plaquebildung wird vermindert. Auch die in Oolongtee und Schwarztee oxidierten Polyphenole wirken enzym- und damit karieshemmend. Mit Kalcium und Kalium verbundene Fluoride, die den Zahnschmelz ohne Fluorosegefahr (motled Teath) härten, kommen als weiterer kariesprotektiver Effekt hinzu.

Cholesterinabbau:
Das sog. "schlechte" LDL- u. VLDL- Cholsterin, welches zu vermehrten Gefäßwandablagerungen und zu Arteriosklerose mit Infarktgefahr führt, wird abgebaut.

Alzheimer, Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose:
Besonders das gallatgebundene Katechin (EGCG) aus Grüntee führt zur Blockade des diese Krankheiten begünstigenden Enzyms Beta-Amyloids. Schädliche Plaque-Ablagerungen in Gefäßen und Geweben werden (um ca. 54 %) verhindert. Auch Gehirnzellen bleiben dadurch länger funktionstüchtig. Ein Effekt, der mit Grüntee, insbesondere frühlingsgepflücktem weissen Tee, stärker als mit Schwarztee nachgewiesen werden konnte.

Fettverbrennung:
EGCG und andere Gerbstoffe fördern die Fettverbrennung in den Leberzellen.

Hoher Blutdruck:
Nicht nur Grüntee-, auch das Schwarzteetrinken verhindert hohen Blutdruck und senkt so die Gefahr von Artherosklerose und anderen Gefäßerkrankungen.

Blutzuckerspiegel:
Einer japanischen Studie zufolge haben Grüntee trinkende Diabetiker geringere Harnzuckerwerte.

Anti-Aging:
Die Wirkstoffe grünen und weissen Tees schützen die Körperzellen im Sinne besten Anti-Agings. Vorzeitige Alterungsvorgänge werden behindert. (siehe unter Alzheimer, Demenz usw....) und zu Teilen auch wieder vermindert.

Hautschutz:
Grüner Tee schützt (bedingt) vor Schäden durch UV-A und UV-B Strahlen.

Hautprobleme:
Grüner Tee und Schwarzer Tee, als feuchte Packung auf Problemzonen aufgetragen, wirken entzündungshemmend, pilzhemmend, antiallergen und hautstraffend.

Folgende Erreger reagieren auf Katechine:
Milzbrand-, Botulismus-, Lebensmitteltoxine, Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermis, Streptococcus zooepidemicus u. mutans, Erreger von Keuchhusten, Maltafieber, Harnwegsinfekte, Durchfall- u. Choleraerreger. Einer Presseerklärung des virologischen Instituts der Helmholtz-Stiftung München (Febr. 2016) zufolge gelang es zwei Forscherinnen des Instituts, mit Sudzubereitungen aus Zistrosekraut in vitro die Erreger von Aids-, Marburg- und Ebolaviren zu zerstören. Indem die Polyphenole der Zistrose die Fibrinhülle von Viren und Bakterien auflöst, starben befallene Zellen ab und machten Platz für die Teilung gesunder Zellen.

Stimulation des Nervensystems (ZNS):
Auf Koffein aus Tee reagiert das ZNS mit anhaltender Belebung.

Krebsvorsorge:
EGCG /Epigallokatechingallat hemmt äußerst effektiv die Tumorentstehung vieler Krebsarten.

Schädigung durch Rauchen:
Grünteekonsum führt bei Rauchern zum Rückgang oxidativer Schäden der DNS, verminderter Lipidperoxidation und hemmt effektiv die Entstehung freier Radikale.

Arterielle Schäden:
Grüner Tee und Schwarzer Tee schützen das Endotheel (innere Auskleidung der Gefäße) und vermindern damit kardiovaskuläre Risiken.

Vitamine und Spurenelemente in Grünem Tee:
Sechs Gramm grüner Tee, die Normalblattmenge für einen Liter Teelösung, enthält folgende Vitamine und Spurenelemente. Nachfolgende Werte variieren je nach jahreszeitlicher Pflückung, Bodenbeschaffenheit, Klimaintensität, Anbauhöhe sowie nach Pflanzenart.

Vitamin A - im Tausendstel-Milligramm-Bereich (Tagesbedarf: 15 Milligramm)
Vitamin B1 - 0,24 bis 0,42 Milligramm (Tagesbedarf: 1,4 Milligramm)
Vitamin B2 - 0,0108 bis 0,0462 Milligramm (Tagesbedarf: 1 bis 1,8 Milligramm)
Vitamin C - 14 bis 30 Milligramm in frischen Blättern (Tagesbedarf: 30 Milligramm)
Vitamin E - 1,44 bis 4,8 Milligramm (Tagesbedarf: 15 bis 30 Milligramm)
Vitamin K - im Spurenbereich (Tagesbedarf: 0,02 bis 0,05 Milligramm)
Eisen - 0,624 bis 2,28 Milligramm (Tagesbedarf: 10 bis 18 Milligramm)
Fluor - 0,242 bis 0,516 Milligramm (Tagesbedarf: 1 Milligramm)
Kalium - 57,6 bis 168 Milligramm (Tagesbedarf: 3 bis 4 Gramm)
Kalzium - 16,2 bis 44,4 Milligramm (Tagesbedarf: 0,0 bis 1,2 Gramm)
Natrium - 0,18 bis 0,66 Milligramm (Tagesbedarf: 2 bis 3 Gramm)
Zink - im Spurenbereich (Tagesbedarf: 15 Milligramm)

Vitamine:
Sie gehen durch Oxidation bei länger stehenden Aufgüssen, spätestens nach zwei Stunden, weitestgehend verloren. Vitamingehalte dürften nur in frisch gebrühtem Grüntee angenommen werden. Vom mengenmäßigen Anteil her sind sie unbedeutend. Doch als Teil des Ganzen besitzen sie katalysatorische Funktion.

Im Gegensatz zu den Vitaminen, die nach längerem Welken und Oxidieren zu Oolong- und Schwarztee verloren gehen, bleiben die Mineralstoffe vollständig erhalten. Andere Stoffe werden durch die Oxidation zu Schwarztee z. B. in Schwarzteepolyphenole umgesetzt.

Sonstige Beurteilung:
Teekonsum allein kann eine hinreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung nicht gewährleisten. Es bedarf darüber hinaus einer entsprechend vollwertigen Ernährung. Zu bedenken ist, dass sich z. B. ein zu hoher Zucker-, Alkohol- und Feinmehlkonsum besonders vitamin- und mineralstoffzehrend auswirkt und zu starken Mangelerscheinungen (Vitalstoffmangel) führt.

Zitrone in Tee:
Interessant sind neuere Untersuchungen, denen zufolge die Grüntee-Katechine durch Hinzufügen eines Spritzers Zitronensaftes über die Magen-Darm Passage weitgehend erhalten bleiben sodass eine höhere Verfügbarkeit derselben im Blut nachgewiesen werden konnte (Labor Limbach 2008, Heidelberg).

Aufbrühen von Grüntee:
4-6 g pro Liter werden mit 100° C kochendem Teewasser übergossen. Die Ziehzeit beträgt maximal 5 Minuten. Ziehzeiten über die 5-Minutenregel hinaus führen zu vermehrter Tannin- u. Theaninaufnahme mit nachfolgend stopfender und die Eisenresorption vermindernden Folgen. Folgeabgüsse bereits aufgegossener Teeblätter enthalten keine nennenswerten Wirkstoffpotentiale. Sie sind als Relikt einer überholten Teekultur u. a. auch wegen möglicher Verkeimung grundsätzlich zu meiden.

Zucker in Tee:

Zucker in jedweder Form ist grundsätzlich nicht sinnvoll. Ein Spritzer Zitrone hingegen schon.

--------------------------------------------------------------------------------------------------Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit vorheriger Genehmigung.
copyright und Redaktion: Ernst Janssen, 25980 Westerland, Strandstraße 25
Weiterführende Teeinformationen:

siehe Janssens TEE ALMANACH ISBN 978-3-927359-85-7

Tel. über: 04651 - 299 811  -  e-mail: janssen.e@t-online.de