Informationen rund um den Tee.
Informationen rund um den Tee.

Traditionell werden Teeblätter in China zuerst einmal mit heißen Wasser überduscht um sie vom Staub langer Transportwege und von Fremddüften zu reinigen.
Der darauf nachfolgende Abguss wird während des „vom Blatt weg Trinkens“ mehrfach mit heißem Wasser solange nachergänzt, bis nach einigen Nachgüssen nur noch klares Wasser in der Tasse steht.

Hieraus interpretieren heute Teefreunde fernab von China und Japan, Teeblätter könne man mehrfach neu aufgießen. Zum Schutze einiger Wirkstoffe solle kein kochendes, sondern nur leicht abgekühltes Wasser (80°C) verwendet werden.
So galt es früher und war auch insofern richtig, solange man die Teebrühe als Heilmittel gegen Seuchenerkrankungen, die mit Durchfall und Erbrechen einher gingen, stundenlang bis zum bitteren Ende ausgezogen, einsetzte.
Zumal bei 80° C keine Hygienisierung des Wassers und der Teeblätter möglich ist und somit auch die eine mögliche Aufnahme von schadbringenden Mikrosporen u. a. gegeben ist.

Grüner und schwarzer Tee benötigt 100° Celsius Aufbrühtemperatur

1-3 Ziehminuten = anregende Teeinlösung, das zentrale Nervensystem belebend.
3-6 Ziehminuten = weniger anregend aufgrund der Lösung von Theobromin und Theophyllin.
5 Ziehminuten    = beruhigende Wirkung gegen Magen/Darmbeschwerden (Durchfall).

Was von Teegurus nach fünf Ziehminuten mit „beruhigend“ beschrieben wird, beschreibt eine starke Verminderung von Seuchenerregern, welche schon den alten Friesen gegen permanenten Durchfall bekannt war. Da heute viele Menschen eher an Verstopfung leiden, kann ich nur raten, Grünen und Schwarzen Tee nur drei Minuten ziehen zu lassen.

Folgeabgüsse bereits aufgegossener Blätter machen im Normalfall keinen Sinn.

Es macht heute keinen Sinn, immer wieder unkritisch aus überalterter Teeliteratur zu zitieren. Falsches wird nicht richtiger, indem man es nur oft genug wiederholt.

Kräutertee: 100° Celsius Aufbrühtemperatur

Da Kräutertees zumeist keine stopfende Wirkung auslösen, dürfen diese gern 4-6 Minuten bei bis zu 6 g/Ltr. ziehen. Längere Ziehzeiten bitte nur, wenn im Einzelfall eine starke arzneiliche Wirkung gewünscht ist. Hierzu sollte bei Bedarf ein kräuterkundiger Arzt befragt werden.

Früchtetee: 100° Celsius Aufbrühtemperatur

15 Ziehminuten bei 15-20 g Früchten/Ltr. ergeben eine hinreichende geschmacklich akzeptable Lösung.

Zu achten ist für bessere Magenverträglichkeit auf Sorten mit möglichst geringstem Hibiscus- u. Hagebuttenanteil. Und auf Naturfrüchte, die nicht in Zuckerlösung "natürlich" konserviert worden sind.

Wassertemperatur immer 100° Celsius für alle Teearten.

Dies ist aus hygienischen Gründen sehr wichtig und wurde auch von der Bundesanstalt für Qualitätsforschung bestätigt. Denn nur mit 100° Grad Celsius kann möglichen Verpilzungegefahren, besonders in Kräuter- u. Früchtetee - Teebeuteln wirksam vorgebeugt werden.

Zitrone in Tee:
Interessant sind neuere Untersuchungen, denen zufolge die Grüntee-Katechine durch Hinzufügen eines Spritzers Zitronensaftes über die Magen-Darm Passage weitgehend erhalten bleiben sodass eine höhere Verfügbarkeit derselben im Blut nachgewiesen werden konnte (Labor Limbach 2008 in Heidelberg).

Zucker in Tee:
Meiden Sie Zucker in Tee. Man kann sich das Süßen von Tee schnell abgewöhnen. Zucker reagiert sauer im Stoffwechsel und begünstigt viele Krankheiten. Zunehmender Mangel an Mineralstoffen und Vitamin B ist die Folge. Die Säure-Basen Bilanz entgleist.
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Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit vorheriger Genehmigung und Belegexemplar.
copyright und Redaktion: Ernst Janssen, 25980 Westerland, Strandstraße 28
Weiterführende Informationen:

siehe JANSSENS TEE ALMANACH ISBN 978-3-927359-85-7
Janssens Teeseminare – jeden Montag, 19 Uhr in Westerland/Sylt
Tel. 04651 – 299 811 e-mail: janssen.e@t-online.de www.ernst-janssen.com