Informationen rund um den Tee.
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Zistrosekraut

Lat. Cistus icanus
Ssp. tauricus

Pflanzenname: Zistrose

lateinisch Cistus incanus – Plana cistrosa

(Anm.: Die Schreibweise „Cystus“ ist ein eingetragenes Warenzeichen für Zitrose-Marken-Produkte der Pharmafirma „Pandalis“).

deutsch: Grau behaarte Zistrose
Standort: Magnesiumreiche Böden, Wildwuchs auf sonnigen Hängen in
Südeuropa (nordgriechische Halbinsel Chalkidiki, Kreta, Türkei usw...)
Erscheinung: Bodendecker-Strauch von bis zu einem Meter Höhe
Blatt: Eiförmig-lanzettlich
Blüte: Rosarot, aromatisch duftig
Ernte: Cistus-Zweige, im Schatten an frischer Luft getrocknet.
Geschichte:
Im 4. Jahrh. v. Chr. wurde das mechanisch gewonnene Harz der Pflanze nach Ägypten und in den Sudan exportiert und dort als erfolgreiches Mittel gegen Bakterien- und Pilzbefall angewandt.
Seit dieser Zeit findet die Zistrose auch als Genuss-Tee Verwendung. Älteste und zugleich häufigste Anwendungsart ist der wässrige Extrakt der Zistroseblätter und -Zweige. Zweige und Blätter wurden hierfür fünf Minuten in Wasser zu Sud gekocht und nachfolgend gegen bakterielle Infektionen sowie zur Infektionsprophylaxe in Form von Körperwaschungen, etwa bei Wöchnerinnen, angewandt. Zistrosebreiumschläge wurden direkt auf offene Wunden gelegt.

Biochemie:
Der therapeutische Nutzen von Zistrose ist auf den hohen Gehalt an Polyphenolen zurückzuführen, die sich als bakterien, pilz- u. virenhemmend erwiesen haben. Phenolische Verbindungen in Zistrosekraut, früher auch als Vitamin-P (Permeabilitätsfaktor) bezeichnet, besitzen Vitamincharakter. Sie stärken die körpereigene Abwehr indem sie den Fibrinmantel von Viren und Bakterien auflösen. Neuere Untersuchungen sprechen den Phenolen auch eine Verringerung des Darmkrebsrisikos zu.

Zistreosekraut enthält unter allen bislang bekannten Pflanzen den höchsten Polyphenolgehalt.

Therapeutische Einsatzmöglichkeit von Zistrosekraut

 

Hauterkrankungen
Seit der Antike wird Zistrosekraut aufgrund seiner keimtötenden Wirkung erfolgreich gegen Bakterien, Pilze und Viren eingesetzt. Seither beschriebene Wirkungen werden durch neue Untersuchungen bestätigt.

Zunächst wurde im Labor mit überaus großem Erfolg die bakterizide Wirkung auf den Akne-Erreger untersucht. Darauf hin wurde Zistrose-Sud im Rahmen einer Studie an Patienten der Hautklinik Bad Rothenfelde angewandt. Bei verschiedenen Hauterkrankungen wurden durchweg gute Ergebnisse erzielt.

Neurodermitis
Eine umfangreiche Studie des Hammer Kinderarztes Prof. G. Wiese belegt eine schnelle und dauerhafte Besserung des Hautzustandes bei Schulkindern mit ausgeprägtem Krankheitsbild. Medikamentöse Dauertherapien hatten zuvor versagt. Eine Studie mit 100 Kindern, die zweimal täglich mit Zistrose-Sud gewaschen wurden und die zusätzlich ein Glas Zistrose-Tee tranken, zeigte, dass sich der Hautzustand in 60 % aller Fälle verbesserte.

Schleimhauterkrankungen
An der Universitätsklinik des Saarlandes wurde Zistrosekraut mit Erfolg gegen Mandel- und sonstige Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie gegen entzündliche Darmerkrankungen eingesetzt. Nach drei Behandlungstagen waren Schmerzen deutlich reduziert oder verschwunden, Entzündungen deutlich rückläufig. Zudem berichten Zahnärzte von einer guten Karies- und Parodontoseprophylaxe bei Anwendung von Zistroselösungen. Die Erfolge führten dazu, Zistrose-Lösungen auch gegen bakteriell bedingte Schleimhautreizungen im Genitalbereich sowie in der Behandlung von Hämorrhoiden einzusetzen. Zwei Feldstudien hierzu sind in Österreich in Arbeit. Obwohl deren Ergebnisse noch endlicher Bestätigung bedürfen, berichten Praktiker bereits über beachtliche therapeutische Erfolge.

Anwendungsmöglichkeiten innerlich:

Tonsillitis, Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, Darmerkrankungen, Dysbakterien:

täglich 3 – 5 Mal mit lauwarmem Sud gurgeln und nachfolgend den Tee auch trinken.

Parodontose, Gingivitis (Entzündung des Zahnfleischsaumes), Karies-Prophylaxe: täglich 3 – 5 Mal mit dem Sud lauwarm spülen und herunterschlucken.

Akne vulgaris: mehrmals täglich als Teeabguss trinken.

Epithelschutz im Magen-Darm-Bereich: mehrmals täglich als Genußtee trinken,

Gegen Zecken- u. Insektenbisse: zweimal täglich 1 Tasse Zistrosetee. Zistrose-Wirkstoffe im Blut vermindern die Bissfreudigkeit von Insekten.

Virale u. bakterielle Infektionen:

Untersuchungen im Auftrag der ZDF-Redaktion Report-München (2006) am Friedrich-Löffler Institut/Tübingen an Vogelgrippe-Virenstämmen weisen auf eine außerordentliche abtötende Wirkung auf selbige hin. Gleiches berichten Untersuchungen an der Charité Berlin in Bezug auf das Schweinegrippe-Virus.

An der Uni-Münster wurde dieser Nachweis ebenfalls von den Zistrose-Polyphenolen erbracht. (siehe: Westfälische Rundschau 6/2009)

Zubereitung eines Cistus-Teeabguss:
6-8 g/Ltr., siedend übergießen, Ziehzeit von 5-10 Minuten. Pur genießen.

Anwendung äußerlich:

Hämorrhoiden, Dekubitus (Geschwürbildung der Haut infolge Druckeinwirkung), bakteriell bedingte Schleimhautreizung im Genitalbereich: täglich 1-3 Sitzbäder mit Sud 1:10 verdünnt anwenden.

Akne vulgaris: Sud-Waschungen mit hartem Schwamm (z. B. Luffa-Gurke)

Neurodermitis, Windeldermatitis, starker Juckreiz, Wunddesinfektion, Intertrigo: vorsichtige Waschungen mit 1:10 verdünntem Zistrose-Sud auftragen und an der Luft trocknen lassen.

Pilzerkrankungen: In einigen, zuvor bereits austherapierten Fällen von Pilzerkrankungen der Haut sowie bei Neurodermitis hat sich das Abtupfen mit Zistrose-Sud sehr bewährt. Es wuchs nach einigen Tagen gesundes Gewebe von unten her nach bei gleichzeitiger Abschuppung der oberen, befallenen Hautpartien.

Juckreiz der Haut: Oft ist der Juckreiz auf der Haut so stark, dass Kinder nicht schlafen können. Hier hat sich Zistrosetee, austherapierten Kindern über Tag und am Abend mehrfach großflächig auf die Hautpartien getupft, sehr bewährt. Die Kinder schliefen erstmals nachts wieder ohne Juckreiz störungsfrei durch.

Sud-Bereitung für äußerliche Anwendung:
Zunächst eine handvoll Kraut (ca.10-20 g) mit 100-200 ml Wasser 5 Minuten kochen. Nach Abkühlung absieben. Der Sud ist gekühlt etwa zwei Tage haltbar.

Zistrose-Salbe: Neben der Aufnahme von flüssiger Zubereitung hat sich zusätzlich für äußerlich lokalen GebrauchZistrose-Salbe bewährt.

Zistrose-Tabletten: Zistrose-Tabletten oder Lutzpastillen gelten vorbeugend angewandt, als „Infektblocker".

Tiermedizin:

Zeckenbefall: Gibt man Tieren (z. B. Hunden) regelmäßig den-Sud oder das mit etwas kochendem Wasser erweichte Zistrosekraut ins Nassfutter, hat dies nachfolgend bei Freigang verminderten Zeckenbefall zur Folge. Bei Jagdhunden wurde von einer Verminderung von 50 auf 3 Zecken/Woche berichtet. Festgebissene Zecken erwiesen sich zudem als leichter entfernbar. Tiermedizinische Forschungen hierzu fehlen noch.

Borrheliose: Einige Ärzte setzen derzeit Zistrose auch gegen den Borrheliose-Erreger ein. Die vorbeugende Wirkung wird mit einer (Polyphenol-)Duftabsonderung über die Haut erklärt. Innerlich scheinen die Erreger isoliert oder aufgelöst zu werden.

Tiermedizinisch dient die Anwendung von Sud und Salbe auch der schnelleren Abheilung von Wunden u. bei Hautproblemen.

Anmerkung: Forscher am Friedrich Löffler Institut/Tübingen, am virologischen Institut der Universität Münster sowie an der Charité Berlin konnten nachweisen, dass der Fibrinmantel von Viren und Bakterien von den Polyphenolen der Zistrose aufgelöst wird. Dies gelang sogar bei Vogelgrippe- u. Schweinegrippe Erregern und nach Berichten der Helmholtz-Stiftung (Institut f. Virologie, München - 2/2016) auch gegen Ebola-, Marburg- und Aidsverregern nebst den mutierender Varianten.

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Redaktion: © Ernst Janssen, Strandstraße 28, D 25980 Westerland

Tel.: (04651) 299 811 / Mail: janssen.e@t-online.de .
Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit vorheriger Genehmigung.
Mehr Info: Ernst Janssens TEE ALMANACH ISBN 978-3-927359-85-7
Teetrinken kann nur unterstützen, keinesfalls aber einen guten Arzt ersetzen.